Rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist kurzsichtig. Bei Jugendlichen sind es je nach Altersgruppe noch mehr – und der Anteil steigt seit Jahrzehnten. Kurzsichtigkeit ist damit keine Randerscheinung, sondern die häufigste Fehlsichtigkeit überhaupt.
Dieser Ratgeber erklärt, was im Auge passiert, warum die Zahlen steigen, wie die Diagnose abläuft und welche Korrekturmöglichkeiten es gibt. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Myopiekontrolle bei Kindern – dem Thema, das Eltern kurzsichtiger Kinder derzeit am meisten beschäftigt. Wenn Sie Ihre Werte bereits kennen und nur nach passenden Kontaktlinsen suchen, springen Sie direkt zum Korrekturteil.
Was ist Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit – medizinisch Myopie – bedeutet, dass einfallendes Licht vor der Netzhaut gebündelt wird statt genau auf ihr. Auf der Netzhaut selbst kommt dann ein unscharfes Bild an. In der Nähe sehen Sie klar, in der Ferne verschwommen. Daher der Name.
Für dieses Missverhältnis gibt es zwei mögliche Gründe:
- Achsenmyopie: Der Augapfel ist etwas zu lang gewachsen. Die Netzhaut liegt sozusagen hinter dem Punkt, an dem das Bild scharf wäre. Das ist mit Abstand der häufigste Fall.
- Brechungsmyopie: Hornhaut oder Linse brechen das Licht stärker als nötig, obwohl die Augenlänge normal ist.
Schon ein Millimeter zusätzliche Augenlänge entspricht ungefähr drei Dioptrien. Deshalb wird Kurzsichtigkeit mit einem Minuszeichen angegeben: −2,00 dpt, −4,50 dpt und so weiter. Je größer die Zahl, desto kürzer die Entfernung, ab der es unscharf wird.
Wie verbreitet ist Kurzsichtigkeit in Deutschland?
Die belastbarsten deutschen Zahlen stammen aus zwei großen Erhebungen: der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts für Kinder und Jugendliche und der Gutenberg-Gesundheitsstudie für Erwachsene.
| Gruppe | Anteil kurzsichtig | Datenquelle |
| Kinder und Jugendliche 0–17 Jahre | 11,6 % | KiGGS |
| Jungen 3–6 Jahre | 2,4 % | KiGGS |
| Mädchen 3–6 Jahre | 2,1 % | KiGGS |
| Jungen 14–17 Jahre | 20,5 % | KiGGS |
| Mädchen 14–17 Jahre | 29,7 % | KiGGS |
| Erwachsene 35–74 Jahre | 35,1 % | Gutenberg-Gesundheitsstudie |
KiGGS: bundesweite Stichprobe von Kindern und Jugendlichen. Gutenberg-Gesundheitsstudie: 13.959 Teilnehmende, Kurzsichtigkeit definiert als Fernrefraktion unter −0,50 dpt.
Auffällig ist der Sprung innerhalb der Jugend: Von rund zwei Prozent im Vorschulalter auf 20 bis 30 Prozent bei den 14- bis 17-Jährigen. Genau in dieser Lebensphase wächst das Auge – und genau deshalb setzt Myopiekontrolle dort an.
Ursachen: Warum wird ein Auge kurzsichtig?
Kurzsichtigkeit entsteht aus einem Zusammenspiel von Veranlagung und Lebensweise. Beides lässt sich nicht sauber trennen, aber die Forschung hat inzwischen ein recht klares Bild davon, welche Faktoren wie stark wiegen.
Genetik
Sind beide Eltern kurzsichtig, ist das Risiko für das Kind deutlich erhöht; ist es ein Elternteil, immer noch spürbar. Die Veranlagung legt aber nur den Rahmen fest – wie weit die Kurzsichtigkeit tatsächlich fortschreitet, hängt auch von den Bedingungen ab, unter denen das Auge wächst.
Bildung und Naharbeit
Der auffälligste Zusammenhang in den deutschen Daten ist der mit dem Bildungsweg. Die Gutenberg-Gesundheitsstudie untersuchte 4.658 Menschen zwischen 35 und 74 Jahren und fand einen klaren Gradienten:
| Höchster Bildungsabschluss | Anteil kurzsichtig | Differenz |
| Ohne Schulabschluss oder Ausbildung | 24 % | — |
| Schul- oder Berufsabschluss | 35 % | +11 Prozentpunkte |
| Hochschulabschluss | 53 % | +29 Prozentpunkte |
Gutenberg-Gesundheitsstudie, Universitätsmedizin Mainz. Der Zusammenhang bestand auch nach Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren.
Wer länger zur Schule geht und studiert, verbringt über Jahre viele Stunden täglich mit Naharbeit – und deutlich weniger Zeit draußen. Beides zusammen dürfte den Unterschied erklären.
Zu wenig Tageslicht
Zeit im Freien schützt. Das ist einer der am besten belegten Befunde der Myopieforschung: Helles Tageslicht bremst das Längenwachstum des Auges. In der deutschen KiGGS-Auswertung zeigte sich passend dazu, dass Jugendliche, die mehr als zweimal wöchentlich Sport treiben, seltener kurzsichtig waren.
Was Bildschirme angeht, lohnt ein genauer Blick. Die KiGGS-Auswertung fand weder bei Kindern noch bei Jugendlichen einen Zusammenhang zwischen Fernseh- oder Computerkonsum und Kurzsichtigkeit. Das heißt nicht, dass stundenlanges Starren aufs Display harmlos ist – es belastet die Augen und begünstigt Trockenheit. Aber die verbreitete Vorstellung „Handy macht kurzsichtig“ ist so nicht belegt. Deutlich besser gesichert ist der umgekehrte Effekt: zu wenig Zeit draußen.
Symptome: Woran erkennen Sie Kurzsichtigkeit?
Bei Erwachsenen zeigt sich Kurzsichtigkeit meist unspektakulär und schleichend:
- Straßenschilder, Hausnummern oder Anzeigetafeln werden erst spät lesbar
- Im Kino oder bei Vorträgen fällt das Erkennen von Details schwer
- Die Augen werden beim Autofahren schnell müde, besonders bei Dämmerung
- Sie kneifen die Augen zusammen, um in der Ferne schärfer zu sehen
- Kopfschmerzen nach längerer Konzentration auf Entferntes
- Lesen und Bildschirmarbeit funktionieren dagegen mühelos
Bei Kindern sieht es anders aus – sie melden das Problem selten selbst, weil sie unscharfes Sehen für normal halten. Achten Sie auf diese Hinweise: sehr nah am Bildschirm oder Buch sitzen, Schwierigkeiten beim Abschreiben von der Tafel, häufiges Augenreiben, Zusammenkneifen der Lider, nachlassende Noten ohne erkennbaren Grund oder Desinteresse an Ballsportarten. Wenn nachts das Autofahren besonders schwerfällt, kann auch eine Nachtkurzsichtigkeit dahinterstecken – eine Sonderform, die sich erst bei schlechtem Licht bemerkbar macht.
Diagnose: Was beim Augenarzt oder Optiker passiert
Die Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und dauert selten länger als 20 bis 30 Minuten. Typischerweise läuft sie so ab:
- Anamnese. Seit wann bestehen die Beschwerden, gibt es Kurzsichtigkeit in der Familie, welche Tätigkeiten belasten?
- Sehschärfe prüfen. Zahlen oder Buchstaben in definierter Entfernung, jedes Auge einzeln.
- Objektive Refraktion. Ein Autorefraktometer misst automatisch einen ersten Näherungswert.
- Subjektive Refraktion. Mit Messbrille oder Phoropter wird der Wert verfeinert – hier kommt die berühmte Frage „besser mit eins oder mit zwei?“.
- Untersuchung des Auges. An der Spaltlampe werden Hornhaut, Linse und bei Bedarf die Netzhaut beurteilt.
Bei Kindern wird die Messung oft zusätzlich mit weitstellenden Augentropfen durchgeführt. Der Grund: Kinderaugen können durch Anspannung der Naheinstellung eine Kurzsichtigkeit vortäuschen oder verdecken. Erst die sogenannte Zykloplegie liefert den wahren Wert. Rechnen Sie dann mit mehreren Stunden verschwommenem Nahsehen und Lichtempfindlichkeit.
Kassenleistung, nicht Selbstzahlerleistung: Die augenärztliche Untersuchung, die Bestimmung der Brillenwerte und die Verordnung von Brillengläsern sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung immer über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Praxen dafür teils dennoch 10 bis 17 € verlangen. Wenn Ihnen die Refraktionsbestimmung privat in Rechnung gestellt wird, dürfen Sie nachfragen.
Ein Punkt wird oft übersehen: Brillenwerte und Kontaktlinsenwerte sind nicht dasselbe. Eine Kontaktlinse sitzt direkt auf dem Auge, eine Brille rund zwölf Millimeter davor – ab etwa vier Dioptrien macht dieser Abstand einen rechnerischen Unterschied. Dazu kommen Radius und Durchmesser, die eine Brille gar nicht kennt. Wie Sie Ihre Werte richtig lesen, erklären wir in Kontaktlinsenwerte: Wie gebe ich sie richtig ein? und Was bedeuten Basiskurve und Durchmesser?.
Kurzsichtigkeit mit Kontaktlinsen korrigieren
Kurzsichtigkeit wird mit einer Zerstreuungslinse korrigiert – einer Minuslinse, die am Rand dicker ist als in der Mitte. Sie verschiebt den Brennpunkt nach hinten, genau auf die Netzhaut. Diese sphärischen Linsen sind der Standardfall und decken den weit überwiegenden Teil aller Kurzsichtigkeiten ab. Das Prinzip erklären wir ausführlicher in Wie funktionieren Kontaktlinsen?.
Tageslinsen oder Monatslinsen?
Für die Korrektur selbst macht es keinen Unterschied – beide gibt es in denselben Stärken. Der Unterschied liegt in Alltag und Kosten. Tageslinsen brauchen keine Pflege und eignen sich für unregelmäßiges Tragen, Sport und Reisen. Monatslinsen sind bei täglichem Tragen deutlich günstiger, verlangen dafür eine Abendroutine. Welche Variante sich für Sie rechnet, haben wir in unserem Kostenvergleich von Tages- und Monatslinsen durchgerechnet – der Kipppunkt liegt bei etwa drei Tragetagen pro Woche.
Wenn zusätzlich eine Hornhautverkrümmung vorliegt
Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung treten häufig gemeinsam auf. Dann brauchen Sie torische Kontaktlinsen, die neben der Stärke auch Zylinder und Achse korrigieren und im Auge stabil ausgerichtet bleiben. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Astigmatismus. Kommt ab etwa Mitte 40 zusätzlich eine Alterssichtigkeit hinzu, sind multifokale Kontaktlinsen die Lösung für beide Entfernungen.
Wichtig vor der ersten Bestellung: Kontaktlinsen gehören angepasst. Ihre Brillenwerte allein reichen nicht aus, und der Sitz auf dem Auge lässt sich nur vor Ort beurteilen. Wenn Sie bereits angepasst sind, können Sie mit denselben Werten überall bestellen.
Kann man Kurzsichtigkeit stoppen? Myopiekontrolle bei Kindern
Kurz gesagt: rückgängig machen lässt sich Kurzsichtigkeit nicht. Der Augapfel wird nicht wieder kürzer. Aber das Fortschreiten lässt sich bremsen – und darum geht es bei der Myopiekontrolle.
Warum das mehr ist als Kosmetik: Jede vermiedene Dioptrie senkt das lebenslange Risiko für Netzhautablösung, Grünen Star und Veränderungen der Makula. Ein Kind, das mit −3,00 statt mit −6,00 dpt ins Erwachsenenalter geht, hat ein messbar gesünderes Auge – nicht nur eine dünnere Brille.
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, der Berufsverband der Augenärzte und die Bielschowsky-Gesellschaft haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. Diese Verfahren werden darin behandelt:
| Verfahren | Wirkprinzip | Einschätzung der Fachgesellschaften |
| Zeit im Freien | Tageslicht bremst das Längenwachstum des Auges | Mindestens 2 Stunden pro Tag empfohlen – die einfachste und risikoärmste Maßnahme |
| Pausen bei Naharbeit | Unterbricht anhaltende Naheinstellung | Nicht länger als 30 Minuten ohne Pause nah arbeiten |
| Atropin-Augentropfen 0,01 % | Hemmt pharmakologisch das Augenwachstum | Als Rezeptur für Kinder von etwa 6–14 Jahren mit Fortschreiten ab 0,5 dpt pro Jahr; ein Tropfen abends je Auge |
| Orthokeratologie (Ortho-K) | Formstabile Nachtlinsen modellieren die Hornhaut | Rund 40 % weniger Längenwachstum; setzt einwandfreie Hygiene voraus |
| Multifokale bzw. Defokus-Kontaktlinsen | Peripherer Defokus auf der Netzhaut | Empfohlen ab 0,5 dpt Fortschreiten pro Jahr bei guter Hygiene |
| DIMS-Brillengläser | Ringzonen erzeugen peripheren Defokus | Etwa halbiertes Fortschreiten über 2–3 Jahre; weitere unabhängige Studien erwünscht |
Zusammengefasst aus der gemeinsamen Stellungnahme von DOG, BVA und Bielschowsky-Gesellschaft zu progredienter Myopie im Kindes- und Jugendalter.
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens: Myopiekontrolle gehört in fachkundige Hände. Atropin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, Ortho-K-Linsen erfordern eine spezialisierte Anpassung und tadellose Hygiene – wir führen diese Linsen bewusst nicht im Lenstore-Sortiment. Zweitens: Der wirksamste Baustein kostet nichts. Zwei Stunden Tageslicht am Tag sind die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand, Risiko und Wirkung.
Für Erwachsene ist die Frage weitgehend erledigt: Ist das Augenwachstum abgeschlossen, verändert sich die Kurzsichtigkeit kaum noch. Myopiekontrolle ist ein Thema für Kinder und Jugendliche.
Kurzsichtigkeit operieren lassen
Wer die Sehhilfe dauerhaft loswerden möchte, denkt irgendwann über einen Eingriff nach. Die gängigen Verfahren:
- LASIK und Femto-LASIK: Ein dünner Hornhautdeckel wird präpariert, darunter modelliert ein Laser das Gewebe.
- PRK und LASEK: Oberflächenverfahren ohne Deckel, oft bei dünnerer Hornhaut gewählt.
- SMILE: Ein Lentikel wird im Hornhautinneren geschnitten und durch einen kleinen Zugang entfernt.
- Implantierbare Kontaktlinsen (ICL): Eine zusätzliche Linse wird ins Auge eingesetzt – eine Option bei sehr hohen Werten oder zu dünner Hornhaut.
Vorausgesetzt wird üblicherweise ein Mindestalter von 18 Jahren, stabile Werte über etwa zwei Jahre und eine ausreichend dicke Hornhaut. Die Kosten tragen Patientinnen und Patienten in der Regel selbst; die gesetzliche Krankenkasse zahlt refraktive Eingriffe nur in seltenen Ausnahmefällen.
Ein Punkt, der selten deutlich gesagt wird: Eine Laserbehandlung korrigiert die Brechkraft, verkürzt aber nicht den Augapfel. Wer stark kurzsichtig war, bleibt es anatomisch – und behält das damit verbundene erhöhte Risiko für Netzhautprobleme. Regelmäßige Kontrollen bleiben also auch nach einer erfolgreichen Operation wichtig.
Lenstore führt keine operativen Behandlungen durch und vermittelt sie nicht. Für eine Beratung ist eine augenärztliche Praxis oder ein refraktives Zentrum die richtige Adresse – und eine Zweitmeinung ist bei einem elektiven Eingriff am gesunden Auge nie verkehrt.
Hohe Kurzsichtigkeit: warum regelmäßige Kontrollen wichtig sind
Ab etwa −6,00 dpt spricht man von hoher Kurzsichtigkeit. Der Augapfel ist dann deutlich verlängert, Netzhaut und Aderhaut sind entsprechend gedehnt und dünner. Das erhöht das Risiko für Netzhautablösung, Grünen Star und myope Veränderungen der Makula.
Das ist kein Grund zur Sorge im Alltag, aber ein guter Grund für einen festen Kontrolltermin. Suchen Sie augenärztliche Hilfe sofort auf, wenn plötzlich Lichtblitze, ein Schwarm neuer schwarzer Punkte oder ein Schatten am Rand des Gesichtsfelds auftreten – das können Zeichen einer Netzhautablösung sein und gehören noch am selben Tag abgeklärt.
Die passenden Kontaktlinsen finden
Wenn Ihre Werte feststehen und Ihre Linsen angepasst sind, ist der Rest unkompliziert. Für den unregelmäßigen Alltag finden Sie unsere Tageslinsen, für tägliches Tragen die Monatslinsen. Wer auf den Preis pro Linse achtet, wird bei den günstigen Kontaktlinsen fündig. Weitere Artikel rund um Augenerkrankungen sammeln wir in der Kategorie Augengesundheit.
Dieser Ratgeber ersetzt keine augenärztliche Beratung. Er fasst den allgemeinen Kenntnisstand zusammen. Für Diagnose, Anpassung und Therapieentscheidungen ist Ihre augenärztliche oder augenoptische Fachperson zuständig.
Häufige Fragen
Was ist Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie, ist eine Fehlsichtigkeit, bei der einfallendes Licht vor der Netzhaut gebündelt wird statt genau darauf. Entfernte Objekte erscheinen dadurch unscharf, während Sie in der Nähe klar sehen. Ursache ist meist ein Augapfel, der etwas zu lang gewachsen ist. Korrigiert wird Kurzsichtigkeit mit Minusgläsern, Kontaktlinsen oder operativ.
Kann Kurzsichtigkeit schlimmer werden?
Kurzsichtigkeit kann schlimmer werden, vor allem im Kindes- und Jugendalter. In dieser Zeit wächst der Augapfel noch, und mit ihm nimmt die Kurzsichtigkeit zu. Bei Erwachsenen bleiben die Werte dagegen meist über Jahre stabil. Nimmt Ihre Sehstärke als Erwachsener deutlich zu, sollten Sie das augenärztlich abklären lassen, da auch andere Ursachen dahinterstecken können.
Ab welchem Alter stabilisiert sich Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit stabilisiert sich in der Regel zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr, wenn das Längenwachstum des Auges abgeschlossen ist. Der genaue Zeitpunkt ist individuell verschieden: Wer früh kurzsichtig wird, hat oft eine längere Progressionsphase. Für eine Laserbehandlung wird üblicherweise verlangt, dass die Werte etwa zwei Jahre stabil geblieben sind.
Werden Kontaktlinsen für Kurzsichtige von der Krankenkasse bezahlt?
Kontaktlinsen werden von der gesetzlichen Krankenkasse nur bezahlt, wenn sie medizinisch zwingend notwendig sind – etwa ab einer Kurzsichtigkeit von 8 Dioptrien oder bei Keratokonus. Sehhilfen allgemein übernimmt die Kasse für Versicherte bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sowie für Erwachsene mit mehr als 6 Dioptrien oder mehr als 4 Dioptrien Hornhautverkrümmung. Wer aus Komfortgründen Kontaktlinsen trägt, zahlt sie selbst.
Bekommt man von Bildschirmarbeit Kurzsichtigkeit?
Bildschirmarbeit allein macht nach heutigem Kenntnisstand nicht kurzsichtig. Die deutsche KiGGS-Studie fand bei Kindern und Jugendlichen keinen Zusammenhang zwischen Fernseh- oder Computerkonsum und Kurzsichtigkeit. Deutlich besser belegt ist der umgekehrte Effekt: Wer viel Zeit im Freien verbringt, wird seltener kurzsichtig. Fachgesellschaften empfehlen Kindern deshalb mindestens zwei Stunden Tageslicht pro Tag.
Ab wann gilt Kurzsichtigkeit als hoch?
Als hohe Kurzsichtigkeit gilt üblicherweise ein Wert ab minus 6 Dioptrien. Ab dieser Grenze ist der Augapfel deutlich verlängert, und das Risiko für Netzhautablösung, Grünen Star und Veränderungen der Makula steigt messbar an. Hohe Kurzsichtigkeit ist deshalb nicht nur eine Frage der Sehschärfe, sondern ein Grund für regelmäßige augenärztliche Kontrollen.
