Kann ich in Kontaktlinsen schwimmen?

OKann ich in Kontaktlinsen schwimmen? 

Kurz gesagt: Schwimmen mit Kontaktlinsen ist keine gute Idee. Sobald Wasser an Ihre Kontaktlinsen kommt – Chlorwasser, Seewasser, Salzwasser oder Leitungswasser –, steigt das Risiko für Reizungen und ernste Augeninfektionen. Die sicherste Lösung ist eine Schwimmbrille mit Sehstärke. Wenn es ohne Kontaktlinsen nicht geht, tragen Sie Tageslinsen unter einer dicht sitzenden Schwimmbrille und entsorgen Sie sie direkt danach. 

Deutschland ist ein Land der Schwimmer. Freibad im Juli, Badesee am Wochenende, Ostsee im Urlaub, Bahnen ziehen im Hallenbad den ganzen Winter über. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, stellt sich dabei jedes Mal dieselbe Frage: rein damit oder lieber raus? Die kurze Antwort steht oben. Die längere ist interessanter – denn nicht jedes Gewässer ist gleich riskant, und es gibt einen guten Weg, im Wasser scharf zu sehen, ohne Ihre Augen aufs Spiel zu setzen. Wie stark Wasser und Kontaktlinsen zusammenhängen, unterschätzen viele.

Warum Wasser und Kontaktlinsen nicht zusammenpassen

Kontaktlinsen sind für Tränenflüssigkeit gemacht, nicht für Badewasser. Drei Dinge passieren, sobald die beiden aufeinandertreffen. 

Weiches Linsenmaterial saugt auf, was im Wasser ist 

Weiche Kontaktlinsen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und arbeiten wie ein feiner Schwamm: Sie nehmen Flüssigkeit auf und geben sie wieder ab. Genau diese Eigenschaft macht sie im Wasser zum Problem. Bakterien, Pilze, Einzeller, Chlornebenprodukte, Sonnencreme und Reste von Pflegeprodukten lagern sich an der Linsenoberfläche an – und bleiben dort direkt auf Ihrer Hornhaut liegen, oft für Stunden. Aus einem kurzen Kontakt mit Keimen wird so eine lange Einwirkzeit. 

Die Kontaktlinse verrutscht – oder saugt sich fest 

Ein Kopfsprung, eine Welle, eine Wasserrutsche: Kontaktlinsen sitzen im Wasser deutlich schlechter als an der Luft. Verrutschen ist dabei das kleinere Übel. Unangenehmer ist der umgekehrte Fall: Wasser verdünnt und verdrängt Ihren Tränenfilm, die Linse trocknet an der Hornhaut an und saugt sich fest. Wer sie dann herausziehen will, riskiert eine schmerzhafte Hornhautabschürfung – und damit genau die kleine Verletzung, über die Keime am leichtesten eindringen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) nennt diesen Effekt ausdrücklich als Risiko beim Schwimmen mit Kontaktlinsen. 

Chlor schwächt den Schutzfilm des Auges 

Nicht das Chlor selbst reizt am stärksten, sondern das, was daraus entsteht. Chlor reagiert im Becken mit Schweiß, Urin und Schmutz zu Verbindungen, die den schützenden Tränenfilm angreifen – deshalb brennen Augen nach dem Hallenbad auch ohne Kontaktlinsen. Kommt eine Kontaktlinse dazu, verstärkt sich der Effekt: Der Tränenfilm ist dünner, die Hornhaut trockener und ihre natürliche Abwehr schwächer. Wenn Sie ohnehin zu trockenen Augen neigen, merken Sie das besonders deutlich. 

Das größte Risiko: Akanthamöben-Keratitis 

Akanthamöben sind mikroskopisch kleine Einzeller, die fast überall in Süßwasser vorkommen: in Seen und Flüssen, in Schwimmbecken und Whirlpools, in Leitungswasser, in Duschköpfen und in feuchter Erde. Für ein gesundes Auge sind sie meist harmlos. Eine Kontaktlinse verändert diese Rechnung, weil sie den Amöben eine Oberfläche zum Anhaften bietet und sie länger am Auge hält. Kommt eine kleine Verletzung der Hornhaut dazu, haben sie eine Eintrittspforte – und es kann zu einer Akanthamöben-Keratitis kommen, einer schwer behandelbaren Hornhautentzündung. Sie ist selten, aber sie ist der Grund, warum praktisch alle Augenärzte vom Schwimmen mit Monatslinsen und anderen Mehrfach-Kontaktlinsen abraten. 

Was die Zahlen sagen: 

  1. Über 80 % aller Fälle von Akanthamöben-Keratitis treten bei Kontaktlinsenträgern auf. 
  1. Rund dreifach höheres Risiko haben wiederverwendbare Kontaktlinsen im Vergleich zu Tageslinsen. 
  1. Etwa 1,5 % aller mikrobiellen Hornhautentzündungen gehen auf Akanthamöben zurück – in der Gesamtbevölkerung sind es etwa 2,3 betroffene Augen pro einer Million Menschen. 
  1. Rund 80 % aller infektiösen Hornhauterkrankungen werden laut DOG durch Bakterien verursacht – Akanthamöben sind also nicht der einzige Keim, der Ihnen im Wasser begegnet. 

Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen 

Eine Akanthamöben-Keratitis beginnt oft schleichend und meist nur an einem Auge. Typisch ist, dass die Beschwerden stärker sind, als das Auge von außen aussieht. Achten Sie in den Tagen und Wochen nach dem Schwimmen auf: 

  1. Augenschmerzen, die zunehmen statt abzuklingen 
  1. das Gefühl, ein Fremdkörper oder Sandkorn sitze im Auge 
  1. starke Lichtempfindlichkeit 
  1. anhaltende Rötung und tränende Augen 
  1. verschwommenes oder nachlassendes Sehen 
  1. Lidzucken oder das Auge lässt sich kaum offen halten 

Ähnliche Anzeichen kennen Sie vielleicht von einer Bindehautentzündung. Der Unterschied lässt sich von außen nicht sicher beurteilen – und genau deshalb sollten Sie nicht abwarten. 

Wann Sie zum Augenarzt gehen sollten 

Die DOG empfiehlt, Augenbeschwerden augenärztlich abklären zu lassen, wenn sie nach einem Schwimmbadbesuch länger als 24 Stunden anhalten. Nehmen Sie Ihre Kontaktlinsen sofort heraus, setzen Sie keine neuen ein und reiben Sie das Auge nicht. Bewahren Sie Kontaktlinsen, Behälter und Pflegelösung auf und bringen Sie sie mit – daraus lässt sich der Erreger oft nachweisen. Sagen Sie in der Praxis von sich aus, dass Sie Kontaktlinsen tragen und im Wasser waren. Eine Akanthamöben-Keratitis wird häufig zunächst für eine harmlose Reizung oder einen Herpes-Befund gehalten, und je früher der richtige Verdacht im Raum steht, desto besser sind die Aussichten. 

Pool, Badesee oder Meer: Wo lauert was? 

Kein Gewässer ist unbedenklich, aber die Risiken unterscheiden sich. Diese Übersicht hilft beim Einordnen. 

Wo Sie schwimmen Was Ihre Augen dort erwartet Unsere Empfehlung 
Hallen- und Freibad Reizende Chlorverbindungen, Sonnencreme, Bakterien; Akanthamöben in Randbereichen und Filtern Ohne Kontaktlinsen, mit dicht sitzender Schwimmbrille 
Badesee, Weiher, Fluss Hohe Keimlast, Akanthamöben, im Sommer Blaualgen, aufgewirbeltes Sediment Ohne Kontaktlinsen – hier ist das Risiko am höchsten 
Meer und Ostsee Salz entzieht dem Auge Feuchtigkeit, Sand und Wellen lassen Kontaktlinsen leicht verrutschen Ohne Kontaktlinsen; Schwimmbrille schützt zusätzlich vor Sand 
Whirlpool, Therme, Warmbecken Warmes Wasser ist ein idealer Nährboden für Keime, Sprudeldüsen spülen sie direkt ins Auge Ohne Kontaktlinsen 
Dusche und Leitungswasser Akanthamöben und Bakterien in Leitungen, Duschköpfen und Perlatoren Kontaktlinsen vorher heraus; nie mit Wasser reinigen oder aufbewahren 
Sauna und Dampfbad Hitze und trockene Luft lassen Kontaktlinsen austrocknen und am Auge haften Besser ohne; sonst Nachbenetzungstropfen bereithalten 

Die beste Alternative: eine Schwimmbrille mit Sehstärke 

Der Verzicht auf Kontaktlinsen bedeutet nicht, dass Sie am Beckenrand blind herumtasten müssen. Eine Schwimmbrille mit Sehstärke löst das Problem an der Wurzel: Ihre Augen bleiben trocken und vom Wasser getrennt, Sie sehen den Startblock, die Bahnmarkierung und Ihre Kinder am anderen Ende des Beckens – und danach nehmen Sie die Brille einfach ab. Genau das empfiehlt auch die DOG als Alternative zur Kontaktlinse im Wasser. 

Worauf Sie beim Kauf achten sollten 

  1. Dichter Sitz statt fester Sitz: Die Brille soll kurz haften, wenn Sie sie ohne Band ans Gesicht drücken. Ein straff gezogenes Band macht eine schlecht passende Brille nicht dicht, nur unbequem. 
  1. Ihre Dioptrienwerte: Fertige Schwimmbrillen gibt es meist in halben Dioptrien-Schritten. Runden Sie zum schwächeren Wert ab, dann ermüden die Augen weniger. 
  1. Hornhautverkrümmung: Konfektionierte Modelle korrigieren in der Regel keinen Zylinder. Bei stärkerem Astigmatismus lohnt sich eine angefertigte Schwimmbrille beim Optiker. 
  1. Unterschiedliche Werte je Auge: Viele Hersteller verkaufen die Gläser einzeln, sodass Sie links und rechts kombinieren können. 
  1. Antibeschlag-Beschichtung: Innenseite nach dem Schwimmen nicht ausreiben – das zerstört die Beschichtung. Nur mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen. 

Für den Urlaub ist die Schwimmbrille ohnehin die entspanntere Wahl: kein Pflegemittel im Handgepäck, kein Suchen nach sauberem Wasser, kein Verzicht am Strand. 

Wenn es ohne Kontaktlinsen nicht geht: die Regeln 

Manchmal lässt sich der Sprung ins Wasser nicht planen – der See ist zu einladend, die Kinder ziehen Sie ins Becken, das Training steht an. Dann gilt: Risiko klein halten. Tageslinsen sind dabei Ihr wichtigster Verbündeter, weil Sie sie ohne Reue wegwerfen können. 

  1. Nehmen Sie Tageslinsen, keine Monats- oder Zwei-Wochen-Linsen. 
  1. Tragen Sie eine dicht sitzende Schwimmbrille darüber. 
  1. Halten Sie die Augen unter Wasser geschlossen und blinzeln Sie so wenig wie möglich. 
  1. Verzichten Sie auf Kopfsprünge und Tauchgänge – dabei wird am meisten Wasser hinter die Brille gedrückt. 
  1. Reiben Sie die Augen nicht, solange Ihre Hände nass sind. 
  1. Entsorgen Sie die Kontaktlinsen unmittelbar nach dem Schwimmen, auch wenn sie sich gut anfühlen. 
  1. Waschen Sie die Hände mit Seife und trocknen Sie sie mit einem fusselfreien Tuch ab, bevor Sie die Linsen anfassen. 
  1. Spülen Sie Kontaktlinsen niemals mit Wasser – ausschließlich mit frischer Pflegelösung. 

Für den Fall, dass Sie doch mit Mehrfach-Kontaktlinsen unterwegs waren: Reinigen Sie sie sofort und gründlich mit frischer Lösung aus Ihrem gewohnten Pflegemittel, lassen Sie sie die volle vom Hersteller angegebene Einwirkzeit im Behälter und tragen Sie sie in den folgenden Tagen besonders aufmerksam. Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Rötung: heraus damit. 

Nach dem Schwimmen: die kurze Checkliste 

  1. Kontaktlinsen heraus und in den Müll (bei Tageslinsen) oder in frische Pflegelösung. 
  1. Gesicht und Hände mit sauberem Wasser waschen, Hände gründlich abtrocknen. 
  1. Augen bei Trockenheit mit befeuchtenden Tropfen beruhigen – welche sich mit Kontaktlinsen verstehen, erklären wir in unserem Beitrag über Augentropfen und Kontaktlinsen. 
  1. Mindestens eine Stunde warten, bevor Sie frische Kontaktlinsen einsetzen. Fühlt sich das Auge noch gereizt an, lieber die Brille aufsetzen. 
  1. Linsenbehälter nach dem Ausspülen mit Lösung offen an der Luft trocknen lassen und alle drei Monate austauschen. 
  1. Beschwerden über 24 Stunden? Augenärztlich abklären lassen. 

Sonderfälle, die häufig gefragt werden 

Kinder und Jugendliche 

Für Kinder gilt dieselbe Regel wie für Erwachsene, nur konsequenter: Kontaktlinsen bleiben beim Schwimmen draußen. Kinder tauchen häufiger, reiben sich öfter die Augen und sagen später, wenn etwas unangenehm ist. Eine Schwimmbrille mit Sehstärke in passender Kindergröße ist hier fast immer die bessere Investition – auch weil sie im Schwimmunterricht nicht verloren gehen kann wie eine Kontaktlinse. 

Wettkampfschwimmen, Triathlon und Wasserball 

Wer regelmäßig trainiert, braucht eine dauerhafte Lösung statt eines Kompromisses pro Einheit. Die Standardantwort im Leistungssport ist die Schwimmbrille mit Sehstärke, im Freiwasser gern in getönter Ausführung. Wenn Sie im Training dennoch Kontaktlinsen tragen, sollten es Tageslinsen sein – bei mehreren Einheiten pro Woche summiert sich das, und der Unterschied zwischen Tages- und Monatslinsen wird hier zum Sicherheitsfaktor. Sprechen Sie das bei Ihrer nächsten Kontaktlinsenkontrolle offen an, damit Ihr Anpasser Material und Rhythmus darauf abstimmen kann. 

Tauchen und Schnorcheln 

Beim Tauchen und Schnorcheln sitzt eine Maske dicht auf dem Gesicht, das senkt das Risiko gegenüber freiem Schwimmen deutlich. Ganz ausgeschlossen ist es nicht: Beim Ausblasen der Maske und beim Druckausgleich kann Wasser eindringen. Weiche Tageslinsen sind die üblich empfohlene Wahl, weil sie Druckveränderungen gut mitmachen und danach im Müll landen. Für regelmäßige Taucher gibt es Masken mit optischen Gläsern. 

Sauna, Dampfbad und Wasserrutschen 

In der Sauna ist nicht Wasser das Problem, sondern Hitze: Der Tränenfilm verdunstet schneller, die Kontaktlinse trocknet aus und haftet an der Hornhaut. Angenehmer ist es ohne. Bei Wasserrutschen und Sprudelbecken wird Wasser mit Druck ins Gesicht getrieben – auch hier gehören Kontaktlinsen nicht hin. Wenn Sie zu trockenen Augen neigen, lohnt sich ohnehin ein Blick auf Kontaktlinsen für trockene Augen. 

Häufige Fragen zum Schwimmen mit Kontaktlinsen 

Kann ich in Kontaktlinsen schwimmen? 

Schwimmen mit Kontaktlinsen wird nicht empfohlen, weil Wasser Keime an die Linse und damit direkt auf die Hornhaut bringt. Am sichersten schwimmen Sie ohne Kontaktlinsen und mit einer Schwimmbrille mit Sehstärke. Lässt sich das nicht umsetzen, tragen Sie Tageslinsen unter einer dicht sitzenden Schwimmbrille und entsorgen Sie sie direkt nach dem Schwimmen. 

Was passiert, wenn Chlorwasser an meine Kontaktlinsen kommt? 

Wenn Chlorwasser an Ihre Kontaktlinsen kommt, verdünnt es den Tränenfilm und reizende Chlorverbindungen lagern sich am Linsenmaterial an. Typisch sind brennende, rote und trockene Augen sowie verschwommenes Sehen für einige Stunden. Nehmen Sie die Kontaktlinsen heraus, entsorgen Sie Tageslinsen, und lassen Sie das Auge mindestens eine Stunde ruhen, bevor Sie frische Linsen einsetzen. 

Sind Tageslinsen zum Schwimmen sicherer als Monatslinsen? 

Tageslinsen sind zum Schwimmen sicherer als Monatslinsen, weil Sie sie sofort danach entsorgen und Keime dadurch nicht über Tage oder Wochen am Auge bleiben. Studien zeigen für wiederverwendbare Kontaktlinsen ein rund dreifach höheres Risiko einer Akanthamöben-Keratitis. Sicher im Sinne von unbedenklich sind aber auch Tageslinsen im Wasser nicht – die Schwimmbrille bleibt die bessere Wahl. 

Kann ich mit Kontaktlinsen im Meer schwimmen? 

Mit Kontaktlinsen im Meer zu schwimmen ist ebenfalls nicht zu empfehlen, auch wenn Salzwasser weniger Süßwasserkeime enthält als ein Badesee. Salz entzieht dem Auge Feuchtigkeit, Sand wirkt wie Schmirgelpapier zwischen Linse und Hornhaut, und Wellen lassen Kontaktlinsen leicht verrutschen. Nutzen Sie eine Schwimmbrille oder, wenn es Kontaktlinsen sein müssen, Tageslinsen zum Wegwerfen. 

Wie lange sollte ich nach dem Schwimmen warten, bis ich Kontaktlinsen einsetze? 

Nach dem Schwimmen sollten Sie mindestens eine Stunde warten, bevor Sie frische Kontaktlinsen einsetzen. So hat der Tränenfilm Zeit, sich zu erholen, und Restfeuchtigkeit an Händen und Wimpern ist verdunstet. Fühlt sich das Auge noch gereizt, gerötet oder trocken an, tragen Sie den Tag über besser Ihre Brille. 

Kann ich mit Kontaktlinsen duschen? 

Duschen mit Kontaktlinsen sollten Sie vermeiden, denn Leitungswasser kann Akanthamöben und Bakterien enthalten – Duschköpfe und Perlatoren sind ein bekannter Fundort. Nehmen Sie die Kontaktlinsen vor dem Duschen heraus und setzen Sie sie erst mit trockenen Händen wieder ein. Aus demselben Grund gilt: Kontaktlinsen und Behälter nie mit Wasser ausspülen, sondern ausschließlich mit Pflegelösung. 

Woran erkenne ich eine Augeninfektion nach dem Schwimmen? 

Eine Augeninfektion nach dem Schwimmen erkennen Sie an Beschwerden, die nicht besser werden, sondern zunehmen: anhaltende Schmerzen, Fremdkörpergefühl, starke Lichtempfindlichkeit, Rötung, Tränen und nachlassendes Sehen, meist nur an einem Auge. Die DOG empfiehlt, Beschwerden abklären zu lassen, die länger als 24 Stunden anhalten. Nehmen Sie die Kontaktlinsen heraus und bringen Sie sie samt Behälter zum Termin mit. 

Sind Schwimmbrillen mit Sehstärke eine gute Alternative zu Kontaktlinsen? 

Schwimmbrillen mit Sehstärke sind die beste Alternative zu Kontaktlinsen im Wasser, weil sie Ihre Augen vom Wasser trennen und Sie trotzdem scharf sehen. Fertige Modelle gibt es meist in halben Dioptrien-Schritten, viele Hersteller verkaufen die Gläser einzeln für unterschiedliche Werte links und rechts. Eine Hornhautverkrümmung korrigieren sie in der Regel nicht – dafür fertigt ein Optiker eine passende Brille an. 

Kurz zusammengefasst 

Wasser und Kontaktlinsen bleiben besser getrennt – im Freibad, im Badesee, im Meer und unter der Dusche. Das Risiko ist statistisch klein, aber die Folgen einer Akanthamöben-Keratitis sind es nicht, und der Aufwand für die Alternative ist minimal. Eine Schwimmbrille mit Sehstärke kostet einmal Geld und danach nur noch einen Griff. Wenn Sie doch mit Kontaktlinsen ins Wasser gehen, machen Sie es mit Tageslinsen, mit Brille darüber und mit dem Mülleimer danach. Ihre Augen haben noch viele Sommer vor sich. 

Quellen 

  1. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): „Schwimmbadkeime gefährlich für die Augen – Schwimmbrille verhindert Infektionen“, Pressemitteilung, 14. Juli 2015 – https://idw-online.de/de/news634761 
  1. EyeWiki (American Academy of Ophthalmology): Acanthamoeba Keratitis – Epidemiologie und Risikofaktoren – https://eyewiki.org/Acanthamoeba_Keratitis 
  1. StatPearls / NCBI Bookshelf: Acanthamoeba Keratitis – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK549863/ 

Deutsches Ärzteblatt: Schwimmbadkeime können bakterielle Hornhauterkrankungen verursachen – https://www.aerzteblatt.de/news/schwimmbadkeime-koennen-bakterielle-hornhauterkrankungen-verursachen-936866fc-7ec2-4581-9cbc-73eed9334eb7