Sklerallinsen

Sklerallinsen sind eine Art von Kontaktlinsen, die zur Behandlung verschiedener Augen- und Sehprobleme eingesetzt werden. Diese Linsen sind größer als herkömmliche Kontaktlinsen und liegen auf der Sklera (dem weißen Teil des Auges) und der Bindehaut (dem klaren Gewebe, das die Vorderseite des Auges und die Innenseite der Augenlider auskleidet) auf. Sie wölben sich über die Hornhaut (die klare vordere Schicht des Auges) und schaffen so eine glatte, gleichmäßige Oberfläche, die die Sehkorrektur verbessert. 

Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wofür Sklerallinsen verwendet werden, wie sie funktionieren und wie sie sich von anderen Linsentypen unterscheiden. 

Was sind Sklerallinsen? 

Sklerallinsen sind nach ihrer Position auf dem Auge benannt. Während andere Kontaktlinsentypen direkt auf der Hornhaut sitzen, wölbt sich der zentrale Teil einer Sklerallinse über die Hornhaut und bildet so einen kuppelartigen Zwischenraum. Dieser Raum dient als Flüssigkeitsreservoir und hält das Auge während des Tragens kontinuierlich feucht. 

Sklerallinsen gehören zur Gruppe der formstabilen, gasdurchlässigen Kontaktlinsen (auch „harte Linsen“ genannt). Sie bestehen aus einem Material, das Sauerstoff durchlässt und somit die Hornhaut mit ausreichend Sauerstoff versorgt – ein entscheidender Faktor für die Augengesundheit, da dies das Risiko für Infektionen und andere Komplikationen senkt. 

Sklerallinsen gibt es seit über einem Jahrhundert. Ursprünglich wurden sie zur Korrektur von unregelmäßigem Astigmatismus verwendet – einem Zustand, bei dem die Hornhautoberfläche uneben ist. Die ersten Sklerallinsen wurden von Hand gefertigt oder mit Glasbläsertechniken hergestellt, die bei Weitem nicht so präzise waren wie die heutigen Fertigungsmethoden. 

Moderne Sklerallinsen wurden weiterentwickelt und kommen heute bei einer Vielzahl von Augen- und Sehproblemen zum Einsatz – von Hornhautunregelmäßigkeiten bis hin zu Erkrankungen der Augenoberfläche. Aufgrund ihres guten Gleichgewichts zwischen Komfort und Sehschärfe werden sie auch zu kosmetischen oder theatralischen Zwecken verwendet. 

Arten von Sklerallinsen 

Sklerallinsen sind in verschiedenen Typen und Größen erhältlich, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, darunter: 

  • Vollsklerale Linsen – Diese großflächigen Kontaktlinsen bedecken die gesamte Vorderfläche des Auges und schaffen den größten Abstand zwischen Linse und Hornhaut. 
  • Mini-Sklerallinsen – Diese mittelgroßen Linsen liegen auf der Vorderfläche der Sklera auf. 
  • Korneo-sklerale und halbsklerale Linsen – Als kleinste Variante sitzen sie an der Übergangszone zwischen Hornhaut und Sklera. 

Sind Sklerallinsen hart oder weich? 

Sklerallinsen gehören zu den formstabilen, gasdurchlässigen Kontaktlinsen – sie sind also harte Kontaktlinsen. Ihre feste Struktur sorgt dafür, dass sie ihre Form behalten und eine gleichmäßige Oberfläche bieten – für eine präzise Sehkorrektur. Harte Linsen sind zudem besonders langlebig und ermöglichen in der Regel eine schärfere Sicht als weiche Linsen. Sie müssen auch seltener ersetzt werden. 

Wenn Sklerallinsen für Sie infrage kommen, kann Ihre augenoptische Fachkraft den passenden Linsentyp für Ihre Augen und Sehbedürfnisse empfehlen. 

Wofür werden Sklerallinsen verwendet? 

Sklerallinsen können zur Korrektur häufiger Brechungsfehler eingesetzt werden – also Sehfehler, die zu unscharfem Sehen führen. Dazu gehören: 

  • Myopie (Kurzsichtigkeit) – Verschwommenes Sehen in der Ferne 
  • Hyperopie (Weitsichtigkeit) – Verschwommenes Sehen in der Nähe 
  • Presbyopie (Alterssichtigkeit) – Altersbedingte Verschlechterung des Nahsehens 
  • Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) – Unscharfes Sehen in allen Entfernungen 

Sklerallinsen sind besonders hilfreich bei Erkrankungen, die die Hornhaut betreffen, darunter: 

Unregelmäßige Hornhautform 

Eine unregelmäßig geformte Hornhaut erschwert oft die Anpassung herkömmlicher Kontaktlinsen, da diese direkt auf der Hornhaut aufliegen. Hornhautunregelmäßigkeiten können verursacht werden durch: 

  • Erkrankungen mit Hornhautvorwölbung (z. B. Keratokonus oder pelluzide marginale Degeneration) 
  • Hornhautinfektionen 
  • Hornhautverletzungen 
  • Hornhautschäden oder Narbenbildung 
  • Komplikationen nach Operationen, z. B. nach LASIK oder einer Hornhauttransplantation 

Erkrankungen der Augenoberfläche 

Diese Erkrankungen betreffen die äußeren Strukturen des Auges und haben verschiedene Ursachen. Eine häufige Erkrankung der Augenoberfläche ist das Sicca-Syndrom (trockene Augen), bei dem die Menge bzw. Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit beeinträchtigt ist. 

Auch andere Faktoren können dafür sprechen, Sklerallinsen zu tragen. So können beispielsweise Menschen mit normal geformter Hornhaut, die herkömmliche Kontaktlinsen aufgrund von Allergien oder empfindlicher Hornhaut nicht gut vertragen, Sklerallinsen als deutlich angenehmer empfinden. 

Wie funktionieren Sklerallinsen? 

Sklerallinsen werden individuell angefertigt und bieten somit eine präzise, persönliche Passform für jede:n Träger:in. Grundlage für die Anpassung sind detaillierte Messungen im Rahmen einer Augenuntersuchung. Sklerallinsen wirken wie folgt: 

  • Wölbung über die Hornhaut – Sklerallinsen wölben sich über die Hornhaut und bilden eine glatte Oberfläche, die Hornhautunregelmäßigkeiten ausgleichen und die Sehleistung verbessern kann. 
  • Flüssigkeitsreservoir – Der Zwischenraum zwischen Linse und Hornhaut dient als Reservoir für konservierungsmittelfreie Kochsalzlösung oder eine andere für Sklerallinsen geeignete Flüssigkeit. Dieses Reservoir hält die Vorderfläche des Auges feucht und sorgt den ganzen Tag über für eine stabile Befeuchtung. 
  • Stabilität – Durch ihre größere Form verrutschen Sklerallinsen kaum und fallen selten heraus. Ihre Ränder liegen oberhalb und unterhalb der Lidkante, was für einen sicheren Sitz sorgt. 
  • Klares Sehen – Sklerallinsen können selbst starken Astigmatismus und andere Brechungsfehler korrigieren. Ihre feste Struktur und individuelle Anpassung sorgen für besonders scharfes, klares Sehen. 
  • Sauerstoffdurchlässigkeit – Das gasdurchlässige Material lässt Sauerstoff zur Hornhaut gelangen und unterstützt so die Augengesundheit. 

Die Anpassung dieser Linsen erfolgt in mehreren Schritten, um die optimale Passform sicherzustellen. So wird gewährleistet, dass die Linsen korrekt sitzen, richtig funktionieren und angenehm zu tragen sind. 

Sind Sklerallinsen angenehm zu tragen? 

Sklerallinsen gelten in der Regel als komfortabel, da sie nicht direkt auf der empfindlichen Hornhaut, sondern auf der weniger sensiblen Sklera aufliegen. Ihre individuelle Anpassung trägt zusätzlich zum hohen Tragekomfort bei. Wie bei allen Kontaktlinsen kann es jedoch auch hier eine gewisse Eingewöhnungszeit geben. 

Viele Menschen können Sklerallinsen nach der Eingewöhnung problemlos 10 Stunden oder länger tragen. Ihre augenoptische Fachkraft wird Sie beraten, wie lange und wie häufig Sie die Linsen anfangs tragen sollten, um sich bestmöglich daran zu gewöhnen. 

Kann man mit Sklerallinsen schlafen? 

Es wird nicht empfohlen, mit Kontaktlinsen zu schlafen – auch nicht mit Sklerallinsen. Das Tragen von Linsen über Nacht erhöht das Risiko für Augeninfektionen und andere Komplikationen. Nehmen Sie Ihre Linsen daher immer vor dem Schlafengehen heraus und halten Sie sich an die Reinigungsempfehlungen Ihrer augenoptischen Fachkraft. 

Sklerallinsen vs. herkömmliche Kontaktlinsen 

Sklerallinsen unterscheiden sich in mehreren Punkten von anderen Kontaktlinsentypen: 

Position auf dem Auge 
Sklerallinsen liegen auf der Sklera und der Bindehaut auf, während herkömmliche formstabile und weiche Kontaktlinsen direkt auf der Hornhaut sitzen. 

Wechselintervall 
Weiche Linsen sind als TageslinsenZwei-Wochen-Linsen oder Monatslinsen erhältlich. Sklerallinsen hingegen halten in der Regel ein bis zwei Jahre, bevor sie ersetzt werden müssen. 

Größe 
Die meisten Sklerallinsen haben einen Durchmesser von 14 mm bis 25 mm. Damit sind sie deutlich größer als herkömmliche formstabile Linsen (ca. 9–9,5 mm) und weiche Linsen (ca. 13,8–14,5 mm). 

Kosten 
Sklerallinsen sind meist teurer als andere Linsenarten, da sie individuell angefertigt werden. Da sie seltener ersetzt werden müssen, relativieren sich die Kosten jedoch über die Zeit. 

Tragekomfort 
Da Sklerallinsen nicht auf der empfindlichen Hornhaut, sondern auf der Sklera und Bindehaut aufliegen, sind sie für manche Menschen angenehmer zu tragen als herkömmliche Linsen. 

Alle Kontaktlinsen müssen von einer zugelassenen Fachkraft verschrieben werden. Sklerallinsen sind maßgefertigt und können nur über Ihre augenoptische Fachkraft bestellt werden. 

Sklerallinsen bieten vielen Menschen eine vielseitige Lösung zur Sehkorrektur. Wenn Sie mehr über diesen oder andere Linsentypen erfahren möchten, buchen Sie einen Sehtest oder Kontaktlinsen-Check in Ihrer Apollo-Filiale

QUELLEN: 

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